Strategien für die flexible, auftragsweise Kommissionierung mit integrierter Prüfung

Das Projekt "Flexkom" betrachtet die Kommissionier- und Prüfsysteme in kleinen und mittleren Unternehmen mit dem Ziel, eine Last-abhängige Steuerung von Kommissionierprinzip (Zonung, dynamische Kommissionierplätze) und Prüfstrategie zu erzielen. Es baut auf den Erkenntnissen aus dem Projekt "Quinkom" auf und entwickelt diese weiter.

Die Expertise auf dem Gebiet der Kommissionierung liefert dabei der Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen der technischen Universität Dortmund als weitere Forschungsstelle.

Zur Unterstützung der Arbeiten am Projekt werden auch studentische Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Qualitätswesen vergeben.

Kommissionierung

Die Problemstellung

Die große Bedeutung der Kommissionierung zeigt sich in vielen industriellen Anwendungen, in denen sie wirtschaftlich und effizient organisiert werden muss, um bei geringem Ressourceneinsatz eine möglichst hohe Leistung und Kommissionierqualität sicherzustellen.

Für das Qualitätsmanagement von besonderer Bedeutung ist die Vermeidung fehlerhaft kommissionierter Aufträge und insbesondere die Vermeidung eines hohen Fehlerdurchschlupfes, da sie in der Folge direkte und indirekte Kosten verursachen, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb einschränken. Diesen müssen die Kosten für eine aufwendige und umfassende Prüfung aller Fehlerfälle gegenübergestellt werden. Zur Verbesserung der Kommissionierqualität werden daher die Qualitätsprüfungen mit Hilfe sogenannter Prüfstrategien optimiert, die den Zeitpunkt, den Umfang, der Ort und das zu verwendende Messmittel festlegen.

Einflüsse auf die Kommissionier- und Prüfprozesse ändern sich im Betrieb sowohl kurz- als auch langfristig. Für die manuelle Kommissionierung sind insbesondere wechselnde Auftragskenngrößen (Anzahl Aufträge u. Entnahmepositionen, Entnahmemenge) und davon rechnerisch abhängige Größen (Auftragsgewicht und –volumen) relevant, die zur Auswahl des Kommissionierprinzips dienen. Ihre Varianz kann Effizienz und Leistungsfähigkeit eines Kommissioniersystems negativ beeinflussen. Solche Änderungen werden heute aber, wenn überhaupt, nur in langfristigen Zeitintervallen vorgenommen.

Einflüsse

Die Zielsetzung

Das oberste Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines kennwertbasierten Auswahlalgorithmus für den situationsgerechten (flexiblen) Einsatz von Kommissionier- und Prüfstrategien bei der auftragsweisen manuellen Kommissionierung. Im Forschungsvorhaben wird die manuelle Kommissionierung fokussiert, da sie immer noch eine große Verbreitung besitzt und vor allem für kleine und mittlere Unternehmen aufgrund der geringen Investitionskosten bei ausreichender Leistung wirtschaftlich interessant ist. Das Potenzial zur Flexibilität im Ablauf manueller Kommissionierprozesse soll durch das Forschungsvorhaben für die Praxis erschlossen werden, um mittels Strategieänderungen im laufenden Betrieb auf Basis der aktuellen Einflussgrößen eine effiziente und leistungsfähige Kommissionierung zu gewährleisten.

Der kennwertbasierte Auswahlalgorithmus soll dynamische Steuerungswechsel zwischen einfacher, serieller und paralleler Kommissionierung durchführen und bei variierender Systemlast die lastabhängige Personalsteuerung und Auftragseinlastung bewirken, so dass die flexible Reaktion auf die Einflussgrößen ermöglicht wird. Im Hinblick auf den Prüfprozess wird durch den flexiblen Strategieeinsatz eine höhere Kommissionierqualität erreicht, da der Auswahlalgorithmus diejenigen Maßnahmen in den einzelnen Kommissionierprozess einführt, die den Zielkonflikt zwischen Prüf- und Fehlerkosten unter Berücksichtigung der aktuell eingesetzten Kommissionierstrategie bestmöglich lösen.

Steuerungsprinzip

Förderung

Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF), im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. bei der Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung (RIF e.V.) durchgeführt.